Bei sechs Totenkopfaffen (Saimiri sciureus (L.)) wurde der Hirnstamm mit Mikroelektroden nach vokalisationskorrelierten neuronalen Aktivitäten durchsucht. Vokalisationen wurden durch Mikroinjektionen von Kainsäure und Homocysteinsäure in das periaquädukte Grau des Mittelhirns ausgelöst. Große Anzahlen an vokalisationskorrelierten Neuronen konnten in folgenden Strukturen gefunden werden: Nucleus ambiguus, Nucleus retroambigualis, Formatio reticularis parvocellularis, magnocellularis und centralis, Nucleus tractus solitarius und Nucleus tractus spinalis nervi trigemini. Geringere Anzahlen fanden sich in den Vestibularis - Kernen, in den Cuneatus - Kernen, der unteren Olive und dem Nucleus reticularis lateralis. Die neuronalen Aktivitäten wurden in 12 verschiedene Aktivitätstypen unterteilt. Aus der unterschiedlichen Verteilung dieser Aktivitätstypen auf die verschiedenen Strukturen im Hirnstamm wurden folgende Schlüsse gezogen: Vokalisationen werden durch die Formatio reticularis parvocellularis eingeleitet; die Kontrolle des vokalen Musters der Vokalisationen wird hauptsächlich durch die Formatio reticularis parvocellularis, den Nucleus ambiguus, den Nucleus tractus solitarius und den Nucleus tractus spinalis nervi trigemini ausgeübt; die Respiration und die Koordination von Respiration und Larynx werden vom Nucleus retroambigualis, vom Nucleus ambiguus und von der Formatio reticularis centralis kontrolliert; die Vestibularis - Kerne und die Cuneatus - Kerne sind für vokalisations spezifische Positionsänderungen (z.B. des Kopfes) verantwortlich.