Die Flüsse sind in der Naturlandschaft die wichtigsten Korridore und damit die Hauptwanderwege der Flora. Arten, die eine Bindung an Ströme bzw. an deren Nebenflüsse zeigen, werden als Stromtalpflanzen bezeichnet. Welche Art eine Bindung an Ströme zeigt, ist nur durch die Analyse der Rasterverbreitungskarten (BENKERT, FUKAREK & KORSCH (1996) und HAEUPLER & SCHÖNFELDER (1989)) zu ermitteln. Das Ergebnis dieser Analyse ist die Checkliste der Stromtalpflanzen Deutschlands. In der erstmalig detaillierte Angaben zur Bindungsstärke sowie zur Verteilung der Arten auf die Stromsysteme zu finden sind. Pflanzensoziologisch untersucht wurden Senecio paludosus, Euphorbia palustris, Pseudolysimachion longifolium, Scutellaria hastifolia, Chaerophyllum bulbosum, Leonurus marrubiastrum, Cucubalus baccifer, Aster lanceolatus, Angelica archangelica und Senecio sarracenicus. Diese Arten sind pflanzensoziologisch höchst interessant, da sie Charakterarten von Assoziationen sind. Dazu wurden Aufnahmen an der Mittelelbe angefertigt und mit den Literaturdaten aus anderen Regionen Deutschlands bzw. Mitteleuropas verglichen. Die mehrjährige Staude Senecio paludosus wurde daneben auch populationsbiologisch untersucht, um die Konkurrenzkraft und den Reproduktionserfolg dieser Art besser abschätzen zu können.